Freitag, Januar 13, 2017

Beschleunigung durch Digitalisierung?

Für viele Menschen ist die Geschwindigkeit der Transformation durch die "Digitalisierung" vieler Lebensbereiche schwer einschätzbar.

In den vergangenen Monaten konnte ich viele Gespräche zu den Themen "neue Medientechnologien" und "Anforderungen der Digitalen Transformation" führen. Sowohl bei privaten Diskussionen, bei Entwicklungsgesprächen mit Geschäftspartnern oder bei Sessions auf Barcamps oder ähnlichen Veranstaltungen, die ich besucht habe, waren diese Themen quasi omnipräsent.

Es gibt sehr viele verschiedene Positionen zu diesen überwiegend "digitalen" Themen, jedoch ist in allen Gesprächen immer wieder die Frage nach der Dauer bis zu einem relevanten Umbruch der Nutzergewohnheiten oder der Erreichung eine relevanten Nutzerzahl aufgetaucht.

Ich vertrete die These, dass digitale Medien bzw. digitale Technologien, eine Beschleunigung der Transformation bei Nutzungsgewohnheiten ermöglichen und somit auch eine schnellere Adaption von Innovationen (insbesondere wenn diese auf etablierten "Träger"-Technologien basieren). Dadurch können sich neuartige Technologien schneller etablieren, als noch vor einigen Jahrzehnten. Wenn die These stimmt, könnten sich auch Technologien wie die 2016 viel diskutierten Virtual Reality Brillen oder die künstlichen Intelligenzen wie Alexa von Amazon oder IBM Watson viel schneller in unseren Haushalten, Unternehmen oder Gesellschaften durchsetzen, als viele Menschen glauben wollen.

Das Statistik-Portal Statista hat eine plakative Infografik erstellt, die dieses Thema illustrieren hilft. Demnach hat sich die Zahl der Jahre bis zur Erreichung einer Nutzerschaft von 100 Millionen Nutzern seit Etablierung digitaler Technologien in den 80er/90er Jahren deutlich verringert. Während die Etablierung des Telefons (bis zur 100 Millionen Nutzer Marke) noch 75 Jahre benötigt hat, konnte das World Wide Web schon nach sieben Jahren diese Schwelle überschreiten. Digitale Services wie Whatsapp oder Instagram hatten die 100 Millionen Nutzer Grenze schon nach etwas mehr als zwei Jahren überschritten.

Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass die neuen Technologien oder Medien jeweils auf Basis der zuvor etablierten Technologien oder Medien existieren. Kein Instagram ohne World Wide Web, kein World Wide Web ohne Telefoninfrastruktur.

Eine Beschleunigung durch zunehmende Digitalisierung kann über diese Infografik sichtbar werden.

Infografik: Digital ist schneller | Statista


Freitag, April 29, 2016

NGO Blended Learning – Kleine Bildungsrevolution?!

In dem Artikel "Sie ändern alles#", der aktuell in der ZEIT (NR. 19 / 2016) erschienen ist, wird ein interessantes neues Start-Up Projekt im Bereich Bildung beschrieben.

Bei der NGO-Unternehmung Kiron geht es, einfach beschrieben, um einen vereinfachten Zugang zu höherer Bildung durch die Umgehung von klassischen, bürokratischen Barrieren. Das aktuelle Angebot richtet sich speziell an Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind und mit Hilfe von Kiron die Möglichkeit einer höheren Weiterbildung erhalten sollen. Das angewendete Konzept des "Blended Learning" (einer Kombination aus Online- und Offline-Studium) wird hier für die Vorbereitung eines regulären Studienabschluss angewendet. Dieser Ansatz wäre grundsätzlich auch für alle Bildungsinteressierten weltweit anwendbar.

Da das Lernen über Kiron durch eine Bildungskooperation mit verschiedenen Universitäten ermöglicht wird und die Inhalte von überall auf der Welt per Smartphone und Internet-Verbindung nutzbar sind, kann dieses Projekt für die weltweite Verbreitung neuer Denkansätze in Bezug auf neue Werkzeuge in Bildungssystemen sorgen.

Wenn es möglich wird, dass selbst aus einem Flüchtlingslager in einem fremden Land heraus (also mit ganz geringen Mitteln) ein Schritt zur höheren Bildung ermöglicht wird, dann sollte dies in Zukunft nahezu überall möglich sein. Dies würde dann möglich, wenn wir die mit dieser Art von Demokratisierung verbundenen Veränderungen als Chancen verstehen und nicht als Gefahr.

Die weitere Entwicklung dieser Unternehmung wird für alle Menschen, die sich mit neuen Bildungsoptionen und Veränderungen in unseren modernen Gesellschaftssystemen beschäftigen, spannend sein.

Mehr Infos zu diesem Bildungsprojekt:

Sonntag, Februar 07, 2016

Skills Camp Session – Thesen zur Vision 2030

Einige unserer Thesen zur "Vision 2030" wurden am vergangenen Samstag (06.02.) in einer Session beim Skills Camp der Hamburger Kreativ Gesellschaft im Betahaus Hamburg diskutiert.

Das Thema der Session war: IBM Watson 2030 – Welche Auswirkungen könnten "Kognitive Computersysteme" auf Jobs in der Kreativbranche haben? Sparringpartner oder Jobkiller? Könnte sich die Technologie von IBM Watson auch zum "Virtuellen Privatassistenten" entwickeln, der im Medienwolken Szenario zur Kommunikation 2030 Erwähnung findet? 

Thesenfolie/Grafik zum Thema "IBM Watson 2030" – Kreative Marketing Experten und Kognitive Computersysteme – Entwicklungspotential und Konsequenzen
Thesenfolie/Grafik zum Thema "IBM Watson 2030"


Wir konnten in den verfügbaren 45 min. nur Ansätze besprechen und einen Einstieg ins Thema schaffen. Interessant und wertvoll war der Austausch dennoch. Die Sessionteilnehmer aus verschiedenen Bereichen der Kreativbranche waren sich einig, dass solche Themen und Thesen vielfach und mit mehr Zeit ausgestattet diskutiert werden sollten. Ein Teilnehmer der Session forderte entsprechende Debatten über die "Vision 2030" insbesondere in Berufsverbänden. 

Diese Forderung unterstütze ich zu 100%. Betroffen sind bei den anstehenden Veränderungen nicht nur Marketing Experten (wie in unserem Beispiel präsentiert), sondern nahezu jede Fachkraft, die sich bisher insbesondere auf die persönliche Erfahrung berufen und auf das (irgendwann einmal) gelernte Fachwissen gestützt hat. Kognitive computerbasierte "Unterstützungssysteme" könnten in Zukunft den bisherigen persönlichen, menschlichen Vorteil bei kreativen Herausforderungen relativieren ... insbesondere in Bezug auf die heutzutage allseits beliebte Effizienz, aber auch in Bezug auf die Qualität und weitere wichtige Kriterien.

Samstag, November 21, 2015

Barcamp Hamburg: Kleine Retrospektive

Bildhafte Zusammenfassung meiner Barcamp Hamburg Session vom 14.11.2015
Das Barcamp Hamburg 2015 ist nun schon vor genau einer Woche viel zu schnell zu Ende gegangen. An den zwei Tagen Barcamp konnte ich viele neue Impulse mitnehmen, über die unterschiedlichsten Themen einen überwiegend konstruktiven Meinungsaustausch pflegen und hoffentlich selbst ein paar hilfreiche Impulse erzeugen.

Themenvielfalt
Von Diskussionen über die Inhalte, die der aktuellen Virtual Reality Technologie zum Durchbruch verhelfen könnten, über einen Vortrag über Ansätze des Fachbereichs "Positive Psychologie" oder Praxistipps für schöneres Schreiben auf Flipcharts, bis zum Meinungsaustausch über eine mögliche gesellschaftliche und technologische Realität im Jahr 2040 waren die unterschiedlichsten Themen auf dem diesjährigen Barcamp Hamburg vertreten. Es gab viel mehr interessante Sessions, als ich persönlich besuchen konnte. Ich hatte den Eindruck, dass nahezu jeder Teilnehmer an genau dieser offenen Vielfalt interessiert war und dadurch extrem viele wertvolle Gespräche und Gedanken entstehen konnten.

Perspektivwechsel als Thema
Bei meiner Session zum Thema "Perspektivwechsel" habe ich als ein Beispiel für den gezielten Aufbau von Stellvertretern, die einen Perspektivwechsel der betrachtenden Personen ermöglichen, das Medienwolken Kategoriensystem vorgestellt. Damit wollte ich demonstrieren, wie man mit einem System, das als Ausgangspunkt immer eine individuelle Person nutzt (die persönlich oder im Team erarbeitet wird), einige neue Sichtweisen auf abstrakte Themen oder Zusammenhänge ermöglichen kann. In meinem Fall waren die individuelle Mediennutzung und die Veränderungen in den Medienrealitäten über Jahrzehnte hinweg die Themen.

Zugegebener Weise war die Präsentation und Diskussion in diesem Fall eine Herausforderung für mich – bei einem Zeitlimit von knapp 30 min. Projektvorstellung und nur 15 min. Diskussionszeit. Leider war durch diese Limitierung keine Zeit für die Teilnehmer der Session auch ihre eigenen aktuellen oder zurückliegenden Medienwolken mit mir gemeinsam zu erstellen – was sicherlich den Nutzen des Systems noch besser veranschaulicht hätte.

Aber der Versuch war trotzdem ein Erfahrungsgewinn. Bisher hatte ich für ähnlich Veranstaltungen immer ca. 2 Stunden zur Verfügung. Diese Zeit scheint die Bearbeitung des Themas mit mehreren Personen auch zu benötigen. Dies ist ja auch eine nutzbare Erkenntnis.

Erfahrungsgewinn
Die zwei Tage auf dem Barcamp Hamburg wären für mich aber auch ohne eigene Session ein Gewinn gewesen. Auf einem so großen Barcamp (ca. 400 Teilnehmer) war ich zuvor noch nicht und die Themenvielfalt (mehr als 100 Sessions) war enorm. Es war absolut lohnenswert, sich den darin liegenden Herausforderungen zu stellen.

Dienstag, September 15, 2015

Leitmedium Internet – wann kommt der Umbruch?

Die aktuellen Ergebnisse der Langzeitstudie von ZDF/ARD zum Thema Massenkommunikation lassen interessante Blicke auf die Veränderungen der Mediennutzung der Deutschen zu. In den letzten Jahren verändern sich die Nutzungszeiten nach und nach Zugunsten digitaler Medien. Wie man der zur Studie passenden Grafik von Statista entnehmen kann, ist insbesondere die Gruppe der 14-29 Jährigen bei der Verwendung neuerer Medien mit deutlich höherer Nutzungsdauer positioniert, als der Durchschnitt der Gesamtheit der 4300 Befragten ab 14 Jahren.

Infografik: Fernsehen schlägt Internet - doch wie lange noch? | Statista

Besonders auffällig ist die unterschiedliche Nutzung beim Vergleich der Nutzungsdauer von Fernsehen und Internet. Hier weicht die Mediennutzungsdauer der jüngeren Nutzer vom Gesamtdurchschnitt deutlich ab und es ist hervorzuheben, dass sich in dieser Gruppe schon jetzt eine Verschiebung des Leitmediums vom Fernsehen zum Internet vollzogen hat (sofern man Internet als ein Medium begreift).

Interessant ist aber ebenfalls die Nutzung von Büchern, Magazinen und Zeitungen. Während die Tageszeitungen und Zeitschriften in der jungen Nutzergruppe eine deutlich geringere Bedeutung zu haben scheinen, sind Bücher (hier wird nicht zwischen analog oder digital differenziert) leicht bedeutsamer als beim Gesamtdurchschnitt aller Nutzer.

Die Grafik von Statista zeigt deutlich, dass im Bereich der Massenmedien durch die nachkommenden Generationen eine Verschiebung der Nutzungsdauer verschiedener Medien stattfindet. Entgegen der Beteuerungen von Vertretern der klassischen Medien, wird es, durch die nachwachsenden Generationen ausgelöst, einen deutlichen Wechsel im Leitmedium geben: TV wird nicht mehr auf Platz eins stehen. Diese Veränderung wird sich auch im sonstigen Mediennutzungsverhalten niederschlagen und sicherlich auch auf andere Bereiche der Kommunikation auswirken.

Ob der finale Wechsel im Leitmedium für die deutsche Gesamtbevölkerung noch fünf, zehn oder fünfzehn Jahre dauern wird ist letztendlich egal. Der Wandel hat sich bei den jüngeren Nutzergruppen schon vollzogen und wird sich weiter ausbreiten.


Mittwoch, Juni 03, 2015

Mediennutzungszeit – Internet basierte Medien vs. klassische Medien

Der Informationsservice von Statista scheint mich gerade mit (zum Kommunikation 2020 Blog) passenden Infografiken füttern zu wollen. Der heutige Infografik-Newsletter hatte die Veränderungen in der Nutzungszeit von klassischen vs. Internet basierte Medien als Inhalt.

Sichtbar ist, dass den klassischen Medien (TV, Zeitungen/Zeitschriften, Radio, Kino) von 2010 bis 2014 insgesamt weniger Nutzungsdauer zukommt, während die für "das Internet" aufgebrachte Zeit steigt.

Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass in den 65 Ländern, die als Grundlage für die Erhebung herangezogen wurden, die Nutzungsdauer für die Gruppe der klassische Medien noch deutlich über der gemessenen bzw. angegebenen Nutzungszeit für Internet basierte Medien liegt. Dies könnte aber auch daran liegen, dass in der Gruppe der klassischen Medien auch Radio und TV vertreten sind, die u.a. als "Nebenbei"-Medien betrachtet werden können. Inwieweit die entsprechenden Gegenstücke bei den Internet basierten Medien mitgerechnet wurden wird nicht klar.

Dennoch eine beachtenswerte Infografik, die Tendenzen sichtbar macht, aber auch einige Fragen nach den tatsächlich gemessenen Daten aufwirft. 

Infografik: Internet wächst auf Kosten traditioneller Medien  | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Dienstag, Juni 02, 2015

Web goes Mobile – 10 Jahre später

Heute erreichte mich ein Newsletter von Statista, der eine Infografik zum Wachstum der Internetnutzung per Mobiltelefon (Smartphone) enthalten hat (siehe unten).

Bei der Gelegenheit ist mir aufgefallen, dass wir vor ziemlich genau 10 Jahren diesen Trend vorhergesagt haben. Dies war auch der erste Blogeintrag, den ich für den Kommunikation 2020-Blog aus dem Vorgänger-Blog ("Kommunikation der nächsten Generation") übernommen habe.

Als kleine geschichtliche Erinnerung: Dieser Blogeintrag erfolgte einige Jahre bevor das iPhone veröffentlicht wurde – wahrnehmbar waren die Tendenzen zu einer stärkeren Mobilisierung der Internetnutzung für einige Medien-Experten aber schon damals.

Für alle, die eine Entwicklung der mobilen Breitband-Anschlüsse von 2010 - 2015 betrachten wollen, gibt es die Statista-Grafik auch hier im Blog zur Ansicht.

Infografik: Mobile erobert das Internet | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista