Dienstag, September 15, 2015

Leitmedium Internet – wann kommt der Umbruch?

Die aktuellen Ergebnisse der Langzeitstudie von ZDF/ARD zum Thema Massenkommunikation lassen interessante Blicke auf die Veränderungen der Mediennutzung der Deutschen zu. In den letzten Jahren verändern sich die Nutzungszeiten nach und nach Zugunsten digitaler Medien. Wie man der zur Studie passenden Grafik von Statista entnehmen kann, ist insbesondere die Gruppe der 14-29 Jährigen bei der Verwendung neuerer Medien mit deutlich höherer Nutzungsdauer positioniert, als der Durchschnitt der Gesamtheit der 4300 Befragten ab 14 Jahren.

Infografik: Fernsehen schlägt Internet - doch wie lange noch? | Statista

Besonders auffällig ist die unterschiedliche Nutzung beim Vergleich der Nutzungsdauer von Fernsehen und Internet. Hier weicht die Mediennutzungsdauer der jüngeren Nutzer vom Gesamtdurchschnitt deutlich ab und es ist hervorzuheben, dass sich in dieser Gruppe schon jetzt eine Verschiebung des Leitmediums vom Fernsehen zum Internet vollzogen hat (sofern man Internet als ein Medium begreift).

Interessant ist aber ebenfalls die Nutzung von Büchern, Magazinen und Zeitungen. Während die Tageszeitungen und Zeitschriften in der jungen Nutzergruppe eine deutlich geringere Bedeutung zu haben scheinen, sind Bücher (hier wird nicht zwischen analog oder digital differenziert) leicht bedeutsamer als beim Gesamtdurchschnitt aller Nutzer.

Die Grafik von Statista zeigt deutlich, dass im Bereich der Massenmedien durch die nachkommenden Generationen eine Verschiebung der Nutzungsdauer verschiedener Medien stattfindet. Entgegen der Beteuerungen von Vertretern der klassischen Medien, wird es, durch die nachwachsenden Generationen ausgelöst, einen deutlichen Wechsel im Leitmedium geben: TV wird nicht mehr auf Platz eins stehen. Diese Veränderung wird sich auch im sonstigen Mediennutzungsverhalten niederschlagen und sicherlich auch auf andere Bereiche der Kommunikation auswirken.

Ob der finale Wechsel im Leitmedium für die deutsche Gesamtbevölkerung noch fünf, zehn oder fünfzehn Jahre dauern wird ist letztendlich egal. Der Wandel hat sich bei den jüngeren Nutzergruppen schon vollzogen und wird sich weiter ausbreiten.


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