Mittwoch, April 10, 2013

Eine neue Sichtweise: GLASS

Der aufmerksame Leser hat bestimmt noch die ersten Hinweise auf das Project GLASS von Google "vor Augen", die ich vor genau einem Jahr hier veröffentlicht habe. Darin habe ich insbesondere mal wieder auf unseren K2020 Lukas und seine Datenbrille im Jahr 2020 hingewiesen.

Nun sieht es so aus, als wenn Google sehr bald funktionsfähige Geräte dieser Art auf den Markt bringen wird. Ein ausgewählter Personenkreis durfte die Brillen ja schon vorab testen und nun folgt die erste Welle einer größeren Testgruppe.

In einem neuen Video und einer speziellen Produkt-Webseite präsentiert uns der Webgigant nun die zu erwartenden Möglichkeiten.

Was dieses neue Interface aus meiner Sicht zunächst sein wird, ist eine neue Art von Foto- und Videokamera: eine Actioncam für nahezu jedermann (der sich das Gerät leisten kann und will). Wobei die Augmented Reality Funktionen der Brille (die im WLAN oder per Bluetooth-Verbindung mit einem Smartphone möglich werden) absolut nicht zu unterschätzen sind. Je nachdem, was sich die App-Entwickler, in Bezug auf die Erweiterung der Realität mit Hilfe eines immer in Blickrichtung des Trägers ausgerichteten Kamera-Objektivs, alles einfallen lassen, kommen noch einige Wahrnehmungsveränderungen, kulturelle Herausforderungen und Verwirrungen auf uns zu.



Dagegen sind die Gerüchte über eine mögliche Apple SmartWatch nahezu niedlich, wenn ich daran denke, was eine quasi "always on" Kamera mit Internetverbindung im Vergleich zu einem Handgelenk Smart Device so alles anrichten aber auch ermöglichen kann. Und ich denke hierbei nicht an die erste Generation dieser Geräte/Interfaces.

Wenn man sich in Zukunft nicht unfreiwillig in Großformat live im Web wiederfinden will (insbesondere wenn die Technologie irgendwann auch eine Live-Gesichtserkennung ermöglicht und gleich den Namen der aufgenommenen Person mitveröffentlicht), ist jetzt wohl die Zeit sich einen tragbaren Störsender anzuschaffen, der einen gegen Google GLASS Aufnahmen schützt. Und falls es solchen noch nicht gibt, könnte es ein Verkaufsschlager werden. Insbesondere in Ländern mit ausgeprägten Persönlichkeitsrechten wird es noch einige Diskussionen zu diesen neuen Smart Devices geben.

Fernab von der privaten Nutzung sehe ich ein Produkt, wie Googles Glass, jedoch als perfekte Erweiterung von Support-Angeboten für Unternehmen. Für Geschäftskunden könnte eine "Online Guidance" bei Reparaturen, Maschineneinstellungen oder Softwareproblemen angeboten werden, bei denen der Kunde zum umsetzen der Anweisungen beide Hände frei hat und für den Support-Experten direkt sichtbar ist, was der Kunde gerade sieht. Auf dieser Grundlage könnten sowohl für professionelle wie auch private Anwender ganz neue Support-Angebote und Web-Portale entstehen.

Es bleibt spannend ...

p.s.: Alle von mir mit GLASS gelabelten Einträge können über diesen Link aufgerufen werden.

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