Sonntag, Januar 14, 2018

Die SmartWatch als Trainer-Ersatz

... oder warum ein digitales Gerät unangenehme Wahrheiten ungestraft äußern darf. Ein 365-Tage-Dauertest.


Eine neue digitale Beziehung

Tägliche Anmerkungen wie „Normalerweise hast Du dich zu dieser Zeit schon viel mehr bewegt“, „Es ist Zeit mal wieder aufzustehen“ oder „Atme mal wieder tief durch – ich helfe Dir auch dabei“ sind üblicherweise nicht besonders gut dafür geeignet, um eine Beziehung positiv weiterzuentwickeln.

Kaum ein Freund oder Familienmitglied dürfte die Kommentare und Anmerkungen völlig ungestraft äußern, die ich meiner SmartWatch zugestehe – selbst wenn sie mit ihren Einschätzungen in Bezug auf meinen Bewegungshaushalt ähnlich Recht haben würden.

Sogar kluge, positive Motivation wie "Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen. Lass nicht locker, Christoph! ..." kann zur falschen Zeit ausgesprochen zu etwas ganz anderem werden als ursprünglich beabsichtigt. Jeder, der schon einmal von seiner Partnerin bzw. seinem Partner "auf dem falschen Fuß erwischt wurde", weiß vermutlich was ich meine.

Das kann aber bedeuten, dass diese Art der Kommunikation nun tatsächlich an ein digitales Gerät ausgelagert wird, das auf Grundlage von gewonnen Daten die Hinweise gibt. Das Gerät wird damit nicht nur zum Medium, es ist quasi gleichzeitig Kommunikator und Trägermedium. Darauf muss man sich einlassen wollen. Allerdings glaube ich, dass wir uns seit Einführung von Siri, Alexa und Co. schon mitten in dieser Phase des Einlassens auf diese digitalen Assistentensysteme befinden.


Die Bedeutung von kleinen Erinnerungshilfen

Vielleicht hilft ein Bewegungsmesser wie die Apple Watch nicht dabei Beziehungen zu retten, aber vielleicht nimmt sie einem Partner die wahren, aber unangenehmen Bemerkung bezüglich der Bewegungsarmut des SmartWatch-Trägers ab. Warum also diese heikle Aufgabe nicht an ein digitales Medium abgeben? Und das kann dann wiederum zu mehr Entspannung in einer Beziehung führen – vielleicht ...


Doch keine Spielerei?

Aber ich erkläre jetzt lieber meine persönliche Motivation, trotz meiner kritischen und teils lästerlichen Bemerkungen über die Sinnhaftigkeit einer SmartWatch bzw. Apple Watch (siehe z.B. Blogeintrag vom 10.04.2013), nun doch nach einigen Jahren der Marktbeobachtung eine dieser Errungenschaften der digitalen Welt anzuschaffen – und ausgiebig zu testen.

Im Dezember 2016 bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es wieder Zeit für eine bewusste Veränderung meiner Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten wäre.

Dazu sollte ich noch kurz erwähnen, dass mir die Adventszeit im Dezember mittlerweile auch dazu dient, eine persönliche Retrospektive des zuendegehenden Jahres zu erstellen. Diese Jahresanalyse fiel 2016 nicht gerade positiv in Bezug auf meine sportlichen Betätigungen aus: zuwenig gewandert, zuwenig gepaddelt, zuwenig Rad gefahren, grundsätzlich viel zu viel bequeme, motorisierte Fortbewegung genutzt. Dies gepaart mit einer etwas rückläufig bewussten Ernährung ist grundsätzlich keine gute Idee, wenn man die nächsten Jahre oder sogar Jahrzehnte fit bleiben will. Und obwohl ich eigentlich durchaus ein Freund von persönlichen, menschlichen Begleitern (neudeutsch Coaches) bei Veränderungsvorhaben bin, wollte ich diesmal ausprobieren, ob ein digitaler Begleiter auch positive Veränderungen ermöglichen kann. Zudem wollte ich intensiver testen, zu was man "dieses Ding" sonst noch nutzen kann. Schließlich ist eine moderne SmartWatch weder eine Uhr im klassischen Sinne, noch ein einfaches Aktivitäts-Tracking-Gerät und sollte auch nicht als solches angesehen werden. Die zusätzlichen Funktionen waren allerdings zunächst Beiwerk für mich, es ging mir hauptsächlich um alle Funktionen, die dazu geeignet sind meine Bewegungsarmut zu überwinden.

Die entgültige Entscheidung für einen 365-Tage-Selbstversuch mit einer SmartWatch habe ich dann am 31.12. gefällt und noch vor Jahreswende eine einfache Apple Watch 2 erworben. Ab 01.01.2017 sollte der Test dieses Sport-Gadgets dann beginnen.

Die Apple Watch 2 bringt im Vergleich zur Vorgängerversion einige für mich bedeutsame Optimierungen mit, die sie für den Einsatz beim Sport bzw. bei Outdoor-Aktivitäten nutzbar macht: 1) Sie ist mit eingebautem GPS auch unabhängig von einem Smartphone für die Aktivitäten-Messung nutzbar und 2) die Uhr ist ausreichend wasserdicht fürs Paddeln, Schwimmen, Surfen oder Schnorcheln. Zusätzlich wurde 3) die Bedienung des Gerätes grundlegend verbessert und 4) der Gamification-Ansatz für die Bewegungs-Motivierung sollte nun auch nutzbar sein.


Start mit einer Szenarien-Test-Woche

Das Ziel: Ringe schließen
Sofern sich der Träger auf die Apple Watch als Bewegungs-Coach einlässt, gilt es täglich drei Aufgaben zu meistern. Diese werden in ihrem Fortschritt durch drei farbige Ringe symbolisiert. Der vermeintlich wichtigste Ring ist rot und steht für die durch Bewegung verbrauchten Kalorien (dieser Wert ist manuell anpassbar – empfohlener Startwert bei mir waren 350 kcal). Der zweite Ring ist grün und zeigt an, wieviele der empfohlenen 30 min. Training pro Tag der Träger absolviert hat (dieser Wert ist fix). Ring Nummer drei zeigt die Anzahl der Stunden, in denen man sich mindestens für eine Minute aufrecht bewegt hat – dieser Ring ist blau. Der unveränderbare Zielwert für die Stehstunden liegt bei 12 Stunden.

Alle drei Aktivitätsringe gilt es täglich zu schließen. Das klingt zunächst ziemlich einfach, ist es aber für einen modernen Stadtmenschen mit einem Job am Schreibtisch nicht unbedingt. Das habe ich nämlich mit einem Selbstversuch in der ersten Woche herausfinden können. Die Uhr habe ich dabei nur während der Schlafphasen abgenommen und sonst permanent getragen. Ziel der Testwoche war es, herauszufinden, wie gut sich die Ringe bei verschiedenen Bewegungs-Szenarien eines Tagesablaufs schließen lassen. Das ging von einem eher bequemen Wochenendtag auf dem Sofa mit einer 30-Min-Bewegungseinheit am Schlagzeug bis zu einem bewegten Arbeitstag mit bewegungsreichem Weg zur Arbeit und einer zusätzlichen Trainigseinheit.









Bewegungs-Szenarien

  1. Bequemer Feiertag, lange ausschlafen, mit kleiner Trainingseinheit (01.01.)
  2. Bewegter Arbeitstag mit Aktivität auf dem Weg zur Arbeit und Trainingseinheit (02.01.)
  3. Bequemer Arbeitstag ohne Aktivität auf dem Weg zur Arbeit und ohne Trainingseinheit (03.01.)
  4. Bewegter Arbeitstag mit Aktivität auf dem Weg zur Arbeit und ohne Trainingseinheit (04.01.)
  5. Bewegter Arbeitstag ohne Aktivität auf dem Weg zur Arbeit und mit Trainingseinheit (05.01.)
  6. Bewegter Arbeitstag mit Aktivität auf dem Weg zur Arbeit und mit Trainingseinheit (06.01.)
  7. Bequemer Wochenendtag mit kleiner Trainingseinheit (07.01.)
  8. Bequemer Wochenendtag, lange ausgeschlafen, mit längerem Spaziergang (08.01.)

Ziel: Aktivitätsringe schließen!

Die Erkenntnisse der Testwoche haben mich anschließend tatsächlich das ganze Testjahr begleitet, da ich die Extreme nun kannte und sogar mein Zufriedenheitsniveau eines bequemen Tages im Vergleich zu einem bewegten Tag im Kopf hatte: Die bequemen Tage waren die, mit der wahrgenommen höchsten Unzufriedenheit und der stärksten Kompensation durch (überwiegend) ungesunde Ernährung. Sowas spornt dabei an, wieder deutlich mehr Bewegung ins Leben zu lassen. So war es zumindest bei mir.

Umsetzung der Erkenntisse

Nachdem ich mich damit angefreundet hatte, der SmartWatch eine gewisse Kontrolle über meinen inneren Schweinehund zu erlauben, konnte ich die kleinen Erinnerungen in Bezug auf das mal wieder angesagte Aufstehen vom Sitzplatz (der Hinweis kommt spätestens 10 Minuten bevor eine volle Stunde um ist und man sich nicht mind. 1 Minute aufrecht bewegt hat) oder eine Ermahnung, dass ich erst wenig von meinen Trainingsminuten absolviert habe (der Hinweis kommt spätestens am Nachmittag, wenn der grüne Ring noch wenig Füllung aufweist) als hilfreiche Assistenz beim Erreichen der Bewusstseinsveränderung akzeptieren. Hier fungiert die SmartWatch tatsächlich als eine Art künstlicher Gesprächspartner bzw. Erinnerer. Das ein oder andere Mal habe ich mich dabei erwischt, dass ich den kleinen Klugscheißer "freundlich" daran erinnert habe, dass ich dies schon selbst wüsste. Es ist daraus nie eine längere Diskussion entstanden – das ist sicherlich auch gut so.

So habe ich meinen Weg zur Arbeit wieder häufiger ohne Auto zurückgelegt, bin häufiger spazieren gegangen und habe ein paar Freizeit-Sportarten in mein Ausgleichprogramm zurückgeholt.

Die üblichen Verdächtigen, die häufig zu einem Neujahrsvorsatz in Bezug auf "mehr Sport" dazugehören, habe ich absichtlich nicht ins Bewegungsprogramm aufgenommen: Für die Erhöhung meiner täglichen Bewegungszeiten habe ich mich NICHT auf regelmäßiges Joggen eingelassen. Auch waren Besuche in einem Fitness-Studio KEIN Teil des Veränderungsprogramms. Allerdings spiele ich seit einem Jahr wieder täglich E-Drums – ein Effekt den ich ursprünglich nicht erwartet hätte – da meine SmartWatch das Schlagzeugspiel als durchaus ernstzunehmende sportliche Aktivität erkannt hat. Dass ich durch die tägliche Routine an diesem Instrument auch ein paar technische Fortschritte gemacht habe, war dabei ein netter, positiver Nebeneffekt meines Tests.

Einen wirklich erkennbaren Effekt des nun regelmäßigen Bewegens konnte ich allerdings erst sehen, nachdem auch die sinnvolle Umstellung der Ernährung (deutlich mehr Obst und Gemüse, statt künstliche Süßwaren oder Salzgebäck) mit der erhöhten täglichen Bewegung bei der Fettverbrennung geholfen hat – bzw. mehr verbrannt wurde, als hinzu kam.

Bei der positiven Entwicklung meines zurückgewonnen Bewegungsreichtum hat allerdings in der zweiten Jahreshälfte auch ein kleiner, ungeplanter Wettbewerb zwischen einigen meiner Familienmitglieder geholfen, von denen einige auch per SmartWatch mehr auf ihre Bewegung geachtet haben. Alleine die Verknüpfung meiner Tracking-Ergebnisse mit denen einer weiteren Person hat gereicht, damit wir uns gegenseitig bei der Bewegungsintensivierung positiv unterstützen konnten. Gemeinsam trainieren funktioniert so offensichtlich auch über hunderte von Kilometern.

Im Verlauf des Testjahres konnte ich mich dauerhaft von einigen überflüssigen Kilos um die Hüften herum verabschieden und selbst die Advents- und Feiertagszeit zum Ende des Jahres hat an dieser positiven Entwicklung nichts geändert.

Den Verlauf des Jahres im Detail zu beschreiben wäre nicht hilfreich und vermutlich eher langweilig. Wichtig ist aber zu erwähnen, dass ich im Laufe der ersten Monate überwiegend frühere Bewegungsroutinen wiederbelebt habe und mir Gedanken darüber gemacht habe, warum ich meiner Bequemlichkeit soviel Raum zugelassen habe.

Mit Ausnahme eines einzigen nicht vollendeten Stehstunden-Rings, konnte ich, innerhalb der auf die erste Test-Woche folgenden 365-Tage (09.01.2017 – 08.01.2018), täglich alle Bewegungs-, Trainings- und Steh-Ringe schließen. Erstaunlicher Weise, hat mich der nicht geschlossene blaue Aktivitätsring mehrere Tage geärgert, weil er meine bis dahin "perfekte" Bilanz in Bezug auf geschlossene Aktivitätsringe zerstört hat. Mit dieser kleinen "Macke" in der Bilanz musste ich erstmal zurechtkommen – was mir gezeigt hat, dass auch der Disziplin-Wettbewerb mit mir selbst durchaus eine nicht zu unterschätzende Rolle bei diesem Test spielte.

Ein Effekt, der mir am ehesten negativ aufgefallen ist, war eine gewisse Abhängigkeit der „Selbstkontrolle“ von dem digitalen Mess- und Coaching-Assistenten, der alle gesammelten Informationen auch mit meinem Smartphone geteilt hat. Und wenn ich mir über die zukünftigen Optionen des Missbrauchs dieser Infos Gedanken mache, komme ich schnell zum Thema Datenschutz in Bezug auf personengebundene Daten. Selbst gegen Beitragsvergünstigungen würde ich meine detaillierten Daten jetzt und in Zukunft nicht unbedingt mit Krankenversicherungen oder anderen Institutionen teilen wollen. Also auch nicht gerade ein Thema, bei dem ich diese Technologie nur positiv betrachte. Aber diese Erkenntnis und ein entsprechend kritisches Bewusstsein in Bezug auf die ermittelten Daten ist ja auch etwas wert – positiv gesehen ;-)



Fazit

Der beste Effekt dieses 365-Tage-Versuchs ist meine insgesamt höhere Zufriedenheit, trotz anstrengender Arbeitsbelastung. Dazu kommt der Willen, die Bewegungseinheiten auch weiterhin als festen Bestandteil meines Tagesablaufs beizubehalten. Ob ich dafür in Zukunft weiterhin immer die SmartWatch zur Kontrolle benötigen werde, wird sich noch zeigen.

In Bezug auf die Kosten für dieses 365-Tage-Coaching kann ich auch festhalten, dass mich vermutlich kein menschlicher Fitness-Trainer oder sonstiger Veränderungsbegleiter für einmalige 450 Euro (Anschaffungspreis der SmartWatch) durch das Jahr 2017 begleitet hätte und zur passenden Zeit einen Impuls für die Optimierung meiner Bewegungsziele gegeben hätte. Das entspräche einem 24/7-Service für ca. 1,25 Euro pro Tag – und dieser Wert relativiert sich durch die Expansion der Nutzung weiterhin. Darauf muss sich ein menschlicher Coach erstmal einlassen wollen.

Diesbezüglich vermute ich leider wieder durch diese Art der Digitalisierung eine Tendenz der Disruption in einem Berufszweig, dessen Vertreter bisher nicht ahnen, dass ein digitales Medium wie eine SmartWatch die zukünftigen Verdienstoptionen massiv reduzieren könnte. Aber das bleibt auch in diesem Segment abzuwarten – vielleicht gehören Menschen wie ich ja überhaupt nicht zur Zielgruppe der Personal Trainer und eine SmartWatch ist somit keinerlei Konkurrenz – vielleicht ...


Einfache Zusammenfassung

Erkenntnisse nach einem Jahr täglicher Nutzung einer SmartWatch in der Funktion als persönlicher, digitaler Bewegung-Coach.


Pros:

  • Veränderung der Bewegungsgewohnheiten
  • Bewussterer Tagesablauf
  • Einbau von täglichen, kleinen Trainingseinheiten (15 - 30min.)
  • Schlagzeugspiel als besondere Bewegungseinheit entdeckt
  • "Geist + Körper"-Training hilft beim mentalen Ausgleich
  • Reaktivierung von längeren Spaziergängen oder Wanderungen
  • Tanzen wiederentdeckt
  • Treppensteigen wiederentdeckt
  • Bewusstere Trinkgewohnheiten etabliert
  • Neudefinition der Ernährungsgewohnheiten
  • Bewussterer Umgang mit Atemübungen etabliert
  • Deutlich mehr persönliche Ausgeglichenheit – im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren
  • Gewichtsabnahme durch die Kombination aller Maßnahmen ab Mitte des Jahres
  • Nutzung der Trainingsfunktion ab Mitte des Jahres führt zur deutlichen Erhöhung der Motivation
  • Gamification Ansatz funktioniert nicht nur für mich, sondern zieht Kreise in der Familie (sogar bei Personen ohne Apple Watch)
  • Positiver "Bewegungswettbewerb" im familiären Kreis

Cons:

  • Messungen können nur als Orientierungshilfe genutzt werden und sind nicht zu 100% genau.
  • Abhängigkeitserscheinungen von dem Messwerkzeug ("Sucht" nach positiver Bestätigung durch den digitalen Assistenten)
  • Überlegungen, wie man die Messung „positiv“ beeinflussen kann
  • Überlegungen für weitere körperliche Optimierung durch Quantifizierung (zum Glück nicht weiter verfolgt)
  • Überlegungen über die jetzigen und zukünftigen Missbrauchsmöglichkeiten meiner gesammelten Daten durch Krankenkassen, Versicherer etc. führen nicht unbedingt zu Begeisterung (Thema Datenschutz!)

Ein kleiner Blick in die Zukunft

Wenn ich mir eine erweiterte Version meiner aktuellen SmartWatch vorstelle, die mit zusätzlichen Biosensoren ausgestattet wäre und zusätzlich einen Chip mit künstlicher Intelligenz bereitstellen würde, sind noch abwechslungsreichere und individuellere Motivations-Szenarien denkbar.

Was wäre, wenn meine "Uhr" dann auch meine Stimmungslage nach einem Training oder einem Entspannungsmoment erfassen kann und im Laufe der Zeit daraus lernen kann, mir situationsabhängig passende Empfehlungen zu geben, die sich positiv auf meinen Bewegungshaushalt und meine Ausgeglichenheit auswirkt. Im vergangenen Jahr hätte mir die Uhr vermutlich zu mehr Zeit im Wasser und auf dem Surfboard geraten, weil ich nach der sportlichen Aktivität im bzw. auf dem Wasser anschließend immer so „breit grinsend“ entspannt war.

Noch einen Schritt weiter gedacht, koppele ich die SmartWatch dann zusätzlich mit einem weiteren wearable Device vor meinen Augen, das mir Augmented oder Virtual Reality ermöglicht. Dadurch wären meiner Bewegungsmotivation kaum noch Grenzen gesetzt. Durch die Erweiterung meiner Erlebnisräume könnte ich mich in Umgebungen bewegen, die mir zusätzliche Anreize in Form von völlig neuartigen, virtuellen Sportarten bieten.

Das klingt noch etwas nach HAL9000 und Science Fiction, kann aber für Menschen mit einem herausfordernden Alltag durchaus hilfreich sein, um fit zu bleiben. Und so ein Device kann entsprechend ausgestattet sogar vor Überlastungen oder krankheitsbedingten, drohenden Ausfällen warnen.

Vielleicht könnte ein menschlicher Beobachter und Begleiter etwas ähnliches ermöglichen. Aber welche Person begleitet mich 24/7 mit dem Fokus, meine Gesundheit zu erhalten, tatsächlich durch den Tag – oder würde dies für 1,25 Euro pro Tag tun?



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